Ein magischer Ort

Am Samstag war ich mit meinem Patenkind (12) auf der Pfaueninsel. Trotz Herbstferien gab es bei dem trüben Wetter nur sehr wenige Ausflügler. Wir besuchten die baulichen Highlights im Ruinenstil, fotografierten jede Menge freilaufende Pfauen, ließen uns durch das Wegenetz treiben, veloren kurz die Orientierung, fanden schließlich doch noch die Wasserbüffel und die Meierei und bestaunten die alten Eichen.

Kurz vor der Dämmerung gerieten wir plötzlich in einen Vogeltornado. Hunderte von Stare hatten sich in den Büschen und Bäumen beim Rosengarten auf der Pfaueninsel gesammelt. Es war ein unglaubliches Gezwitscher und als der Schwarm aufflog wurde es laut und wir spürten richtig den Wind …

Der riesige Schwarm zog ein paar mal zwischen der Pfaueninsel und dem Schloßpark Babelsberg hin und her. Wir beobachteten sie noch als wir auf die keine Fähre warteten, unter einer großen Eiche auf die 3 Pfauen hochflogen. Unglaublich! Auf der anderen Seite wartete ein historischer beiger MAN-Bus der BVG aus den 70er oder 80er Jahren, der uns durch eine enge gewundene Straße durch den Wald zurückbrachte zur S-Bahn Wannsee, in die Zivilisation.


R.I.P.

Gestern morgen hat es unsere Lieblingsspinne erwischt. Wir saßen gerade gemütlich beim Frühstück und sahen den beiden Kohlmeisen zu, die lustig auf unserem Balkon herum hopsten und nach Insekten suchten.

Unterm Glasdach lebten den Sommer über 2 große Spinnen. Ihre Netze waren strategisch günstig über unserem Fallobst gespannt, wo sie sich mit Fruchtfliegen vollfressen konnten. Eine Spinne saß tagsüber in ihrem Netz vorm Küchenfenster, die andere war nachts aktiv. Wir sahen sie ein bißchen als unsere Haustierchen an.

Eine der beiden Kohlmeisen muss die große Spinne in ihrem Versteck aufgespürt haben. Sie hopste zielstrebig aufs Thermometer und krallte sich schließlich oben an die rauhe Wand … Zack- hatte sie die dicke Spinne in ihrem kleinen Schnabel und flog mit ihr davon.

Wir saßen da mit offenem Mund und waren etwas geschockt. Nie hätten wir gedacht das so kleine Vögel so große Happen mögen …

Böse, böse Kohlmeise!

Nachtrag: Ein paar Tage später hat sie sie auch die 2. Gartenkreuzspinne geholt. 😒


Pilzwetter

Ganz plötzlich wurde es Herbst in Berlin. Es regnet oft und die Temperaturen sind drastisch herunter gegangen. Am Wochenende war ich nach meinem Urlaub das erste Mal wieder im Garten. Es gab noch ein paar Tomaten zu ernten und zu meiner großen Freude, die ersten Pilze! 

Ich hatte die mit Pilzsporen geimpften Buchenstämme Anfang Mai besorgt und an einem schattigen Platz in ein altes Hochbeet eingegraben. Die Lungenseitlinge sind richtig groß geworden. Einige Tierchen hatten auch schon dran geknabbert …
Zuhause mußte ich die Pilze sehr gründlich unter die Lupe nehmen. Es gab ein paar dünne Maden abzusammeln. Die erste fand ich noch ganz niedlich, als dann noch ca. 7,8 mehr auftauchten, hat es mir etwas den Apettit verdorben …  Erst als ich 100prozentig sicher war, daß nix mehr aus den Lamellen kriecht oder krabbelt, zerteilte ich die Pilze in feine Streifen und warf sie mit Zwiebeln, Knoblauch und Estragon in die Pfanne. Zur Sicherheit hab ich sie sehr lange und gründlich durchgebraten☺️. Geschmack und Konsistenz war super, im Grunde schmeckten sie wie normale Austernpilzen aus dem Laden.

  


Die kleine Toskana

Heute war ich mit meinen Eltern an der deutschen Weinstraße spazieren. Die sanften Hügel, der Wein, die bewaldeten Berge erinnern hier und da an die Toskana. Des öfteren werden hier jetzt auch schon Zypressen in Alleen gepflanzt … Wir sind zwischen Frankenweiler, Bad Gleisweiler und Burweiler am Haardrand entlang gewandert, vorbei an imposanten Mamutbäumen (im Park der Klinik in Bad Gleisweiler), der wohl ältesten Edelkastanie (ebenfalls Bad Gleisweiler), durch beschauliche Gassen, über einen Kreuzweg nach oben auf den Teufelsberg (597m) zur Annakapelle und wieder runter ins Modenbachtal. Dort im Weingut Burrweiler Mühle, saßen wir idyllisch im Garten vor den Weinterassen und aßen Pfälzer Speziälitäten: mit Ziegenkäse überbackene Feigen, Wildschweinleberknödel, neuer Wein. Paradisisch!

Gestern habe ich mit Freunden eine ähnliche kleine Tour gemacht. Da gings von Schweigen, wo das deutsche Weintor steht, nach Wissembourg/Frankreich. Das ist ein ca 1km weiter Katzensprung durch die Weinreben. In Weissenburg flanierten wir wie die Touristen, besichtigten die Kirche, grüßten mit ‚Bonjour‘ und stimmten uns schonmal auf unseren anstehenden Urlaub in der Bretagne ein … Wir tranken Kaffee in Frankreich und aßen original Elsässer Apfelkuchen, zurück in Schweigen gabs Pfälzer Spezialitäten und Weinschorle. Ein Hoch auf die Pamina-Region! (Südpfalz/Baden/Elsass)


Pfälzer Radtour

Die geht so: Sonne scheint, spontan steigen wir aufs Rad, ohne Proviant und ohne Mittagessen. Die Fahrrad-Karte hab ich auch zuhause vergessen. Egal, der Weg von Kandel nach Bad Bergzabern ist super ausgeschildert und führt auf einem Hügelkamm durch die Weinberge. Die Reben hängen voll und hier und da wird genascht an Riesling, Spätburgunder, Müller-Turgau … am leckersten sind aber die dunklen Trauben, höchstwarscheinlich werden die zu Blauer Portugieser oder Dornfelder verarbeitet … 

Die Weinlese ist in vollem Gange, einige Vollernter rauschten durch die Reben oder sausten an uns vorbei. In den letzten Jahren hat sich die Kirschessigfliege hier sehr verbreitet. Teilweise werden die Trauben jetzt früher geerntet, bevor die Fliege die Ernte zunichte machen kann.

Im Schneckentempo fuhren wir die 20 km nach Bad Bergzabern und kehrten gleich in der Bahnhofswirtschaft ein. Es gab Pfälzer Zwiebelkuchen und neuen Wein, stilecht im Dubbeschoppe (500ml). Der Federweisser hatte schon ordendlich Alkohol und wir fuhren beschwingt über die hübschen Dörfer zurück bis zum Sonnenuntergang … Schee wars! 


Schnipp-Schnapp

In der Pfalz, im Garten meiner Eltern, gibt es immer was zu tun. Gleich heute morgen, an meinem ersten Urlaubstag durfte ich wieder mit anpacken. Unser alter Feigenbaum hat sich gestern verabschiedet. Ein Schnittfehler hat sich gerächt: in Bodennähe wurde ein Ast waagerecht abgeschnitten, der Wulst fing das Regenwasser auf und ließ Feuchtigkeit eindringen. Der Stamm ist komplett verfault und der Baum kippte unter der Last seiner Früchte gestern einfach um, ins Staudenbeet.

Optisch ist das natürlich ein Verlußt, der Baum sah hübsch aus und lockte die Vögel an die Terasse. Zum Glück gibts junge Sprößlinge, die die Lücke schnell wieder auffüllen können.

Wir zerkleinerten zu dritt den Baum, warfen das Grünzeug auf den Kompost und die Äste zum Brennholz.

Meine Mutter kümmerte sich um den Kolateralschaden und pflanzte ein bißchen um. Ich inspizierte die anderen Obstbäume, befreite die Quitte von faulen Früchten, sammelte Äpfel ein für Apfelmus, und naschte Himbeeren.

Glücklicherweise wächst weiter hinten im Garten ein zweiter  Feigenbaum. An leckeren Früchten wird es so schnell keinen Mangel geben …


In Finkenwerder

Gestern habe ich Freunde in einer Kleingartenkollonie in Hamburg Finkenwerder besucht. Der Stadtteil südlich der Elbe gehört zum ‚Alten Land‘ das bekannt ist für seine Apfelplantagen. Fast 500 Parzellen gibt es hier … ich bin direkt in den Hyazynthenweg zu Thorstens gelber Hütte. Gute Freunde haben Thorsten die kleine Parzelle mit dem ‚Posthäuschen‘ vermittelt. Ihre hübschen Parzelle liegt genau gegenüber.

Nach einem gemütlichen Kaffeeklatsch bei herrlichem Spätsommerwetter gings los mit Parzellenbegehung und Fachgesprächen … Thorsten hat in seinem ersten Gartenjahr schon richtig viel geschafft! Er hat massenhaft ‚eingezwiebelt‘, seine Obstbäumchen erzogen,  um- und eingepflanzt und geerntet. Die coolste Idee fand ich den Fugenthymian. Zuerst hatte ich mich über das ‚Unkraut‘ auf der Terasse gewundert, später hat Thorsten mir erzählt, dass er den trittfesten Thymian extra eingesäat hat. Der ideale Standort: die Waschbettonplatten heizen sich gut auf und sorgen für mediterane Bedingungen, Abends duftet es herrlich würzig!

Im Nachbargarten bei Natascha und Philipp gab es auch viel zu sehen. Sie sind schon 3 Jahre hier und haben schon richtig viel gebaut. Hochbeete, Terassenüberdachung, offene Werkstatt, Gewächshaus … Ich war beeindruckt. Das coole Hochbeetsystem aus Palettenwänden werde ich auf alle Fälle noch in diesem Herbst bei uns ausprobieren …


Spätsommerbalkon

Das Wetter ist weiterhin perfekt: Sonne, mildes Licht, laue Abende. Heute wird es wieder 27 Grad in Berlin. Unser Balkon steht in voller Spätsommerblüte: komplett zugewachsen mit Sonnenblumen, Cosmea, Goldrute und Trichterwinden … es ist kaum noch ein durchkommen ☺️.


Mehrblütige rote Sonnenblume

… die ist gerade das Highlight auf unserem August-Balkon. Ich hatte eine Sonnenblumenmischung von Dreschflegel ausgesäat und in vielen Töpfen sind Sonnenblumen hochgeschossen. Sie blühen zwischen Cosmea, Kornblumen, Kap-Ringelblume, Wucherblume und Goldrute, dazwischen ranken Prunkwinden. Sonnenblumen haben wir jede Saison auf dem Balkon, auch wegen der Stieglitze, die unseren Balkon gerne besuchen und sich über die reifen Sonnenblumenkerne hermachen.

 

  


Der siebte Birnensommer

Wir haben unsere Parzelle 2009 im September übernommen. Bei der ersten Begehung im August durften wir ein paar Birnen und Pflaumen ernten und waren voller Vorfreude auf unsere eigene Ernte. 

Leider gab es 2010 fast keine Birnen und 2011 war der Baum so dicht, daß es nur ganz kleine Birnen gab, die allesamt die Vögel fraßen. Erst nach einem gründlichen Auslichtungsschnitt von Helmar konnten wir 2012 unsere leckeren Wiliams Christ Birnen ernten und waren mega stolz. 

2016 ist bis jetzt unser bestes Birnenjahr. Das Wetter war sehr gut, der Regen war ausreichend, ich hatte im Herbst die Baumscheiben gepflegt und Kompost als Dünger gegeben. Im Winter hatten wir den Baum geschnitten: dünne Äste und Triebe ausgelichtet an den unteren und mittleren Ästen, aber nicht übertrieben … Die Birnen sind groß wie nie, lecker und zahlreich. 

Eigentlich sollten wir ein Schnitt-Tagebuch für jeden Baum anlegen, mit vorher- nachher Fotos und Ernteresultat. Der Kirschbaum z.B. ist eigentlich sehr krank, trägt aber jedes Jahr mehr leckere Früchte Helmars Schnittmaßnahmen taten ihm richtig gut. Bei den Apfelbäumen ist es ähnlich. Die Goldparmäne hatte 2011 ganze 4! wurmstichige Äpfel und jetzt hängt der Baum dermaßen voll … Ich glaube, wir haben ein gutes Händchen und die Bäume danken es uns.

   


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